Wer oder was ist älter? Der Binger Alte Kran gewinnt gegen das Reinheitsgebot

Der Grundstein für den Binger Alten Kran wurde auf St. Afra am 7. August 1487 gelegt. Wie kann man Besuchern das Jahr der Grundsteinlegung prägnant näher bringen?

1487 war 5 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Der Alte Kran ist zumindest vom Grundstein her also 5 Jahre älter als Amerika, wenn man das mal so salopp ausdrücken darf.

Für den deutschen Biertrinker hat 1487 aber eine ganz andere Bedeutung, wurde doch im November 1487 das Reinheitsgebot für Bier in München erstmals verkündet. An das Reinheitsgebot von 1487 wird auch heute noch überall, auch auf den Bierdeckeln bzw. Bierfilzen und auf dem Umzug zum Münchner Oktoberfest erinnert.

Der guten Ordnung halber muss aber darauf hingewiesen werden, dass der Alte Binger Kran drei Monate älter ist – dokumentarisch nachweisbar.

Ob die Zunft der Aufläder, Kärner und Kran- und Windenknechte ebenfalls schon 1487 gebildet wurde, darüber fehlt leider jeder Nachweis. Schade, sonst wäre diese Zunft der älteste Binger Verein – dokumentarisch nachweisbar.

Münchner Reinheitsgebot für Bier, 1487

Auf den Spuren von Decimus Magnus Ausonius – Der römische Gutshof „villa rustica“ und die römerzeitliche Originaltrasse im Binger Wald

Die Römerstraße im Binger Wald – Originaltrasse der Via Ausonia oder nur eine Nebenstraße?

ARRATA und die Binger Denkmalgesellschaft laden für Samstag, 12. Oktober 2024, 14.00 Uhr ein zu einem geführten Spaziergang zur römerzeitlichen Originaltrasse im Binger Wald und dem römischen Gutshof „villa rustica“.

Der Spaziergang entführt in die römische Epoche, als der Dichter Ausonius den Hunsrück mit dem Binger Wald durchquerte und im Jahr 371 nach Christus sein berühmtes Gedicht „Mosella“ verfasste. Der Spaziergang führt zunächst zum römischen Gutshof (villa rustica), der zwischen den Jahren 2002 und 2003 unter der örtlichen Grabungsleitung des Wanderführers für den IB Bingen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Bingen und der Amtsarchäologie, ausgegraben wurde und heute eine touristische Sehenswürdigkeit darstellt. Danach führt der Spaziergang zu einem naheliegenden und gut und weitgehend original erhaltenen Teilstück der römerzeitlichen Straßentrasse. Wie der Spaziergang zeigt, ist der weitere Verlauf der Römerstraße im Binger Wald bis Rheinböllen in großen Teilstücken noch heute im Gelände erkennbar und zudem mit neuen technischen Mitteln, so z.B LIDAR, einer laserbasierten optischen 3D-Fernerkundungstechnik, belegbar.
Die Teilnehmer erwartet eine spannende Einführung in die klassischen und modernen Methoden der Archäologie.

Samstag, 12. Oktober 2024, 14.00 Uhr. Treffpunkt: Parkplatz Bodmannstein (NAVI: Parkplatz Walderlebnispfad K29 Weiler). Anfahrt über Waldalgesheim in Richtung Forsthäuser.
Anmeldung ist nicht erforderlich. Kostenbeitrag: 5,00 € (Mitglieder der beiden Vereine frei)

Führung: Wolfgang Welker, ARRATA e.V. in Kooperation mit der Denkmalgesellschaft Bingen am Rhein e.V.
Internet: www.ARRATA.de; www.Denkmalgesellschaft.de

Taufe der Lotsen-Schaluppe

Der Binger Schifferverein lädt für Donnerstag, 3. Oktober 2024 um 11 Uhr zu einer Taufe der Lotsen-Schaluppe am Lotsenhaus, Hafenstraße Bingen ein.

Im Beisein von Vertretern der Stadt Bingen wird die neu hergerichtete Lotsen-Schaluppe auf einen passenden Namen getauft.

Die Lotsen-Schaluppe ist ein Geschenk der Denkmalgesellschaft an den Binger Schifferverein, der das Lotsenmuseum im ehemaligen Lotsenhaus am Binger Rheinufer betreibt.

Der Binger Schifferverein hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, das Boot zu übernehmen und am Lotsenmuseum zu präsentieren. Damit kehrt das Lotsenboot wieder zurück an seinen alten Platz, ist also endlich wieder zuhause.

Wir freuen uns mit dem Binger Schifferverein, dass das Boot nunmehr weiter in guten Händen ist.

Der Binger Alte Kran öffnet zur Langen Nacht am 14. September

Am Samstag, dem 14. September bietet die Binger Denkmalgesellschaft erstmals eine „Lange Nacht im Binger Alten Kran“ an.

Der Alte Kran von 1487 war über mehr als 500 Jahre der Mittelpunkt des hektischen Hafenbetriebes im Binger Rheinhafen. Bingen lebte schon immer von und mit dem Rhein. Der Hafen und mit ihm die Kräne gaben über Jahrhunderte Arbeit, verdienten Geld und schafften Wohlstand.

Bis zur Erfindung der Dampfmaschine, der Elektro- und Benzin/Dieselmotoren war die Arbeit in den Häfen und Kränen mit hohem körperlichem Einsatz und auch hohen Gefahren verbunden. In der „Langen Nacht“ können die Besucher einen Eindruck von der Arbeit der Kran- und Windenknechte, der Anschläger und Auflader und auch des Kranmeisters in der urigen Hafenatmosphäre mitnehmen.

Die Historie des Binger Kranes, seine regionale Bedeutung, die Technik des Tretrades, die verladenen Güter, all dies wird den Besuchern zum Anfassen und Miterleben von den Kranknechten und -mägden vermittelt.

Zur „Langen Nacht“ öffnet der Binger Alte Kran am Binger Rheinufer in der Hafenstraße gegenüber dem Stadtbahnhof um 17.00 Uhr und bleibt bis Mitternacht, 24.00 Uhr geöffnet.

Die Kranöffnung erfolgt im Rahmen der Tage der Industriekultur Rhein-Main, die in diesem Jahr unter dem Motto stehen „Voller Energie“. Der Langen Nacht am Samstag folgt am Sonntag die Öffnung des Kranes von 12.00 bis 16.00 Uhr mit der Kranführung und -vorführung um 14.00 Uhr. Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei, keine Anmeldung erforderlich.

Der heute noch stehende Kran mit der Technik des Tretrades ist einer der wenigen noch erhaltenen mittelalterlichen Hafenkräne am Rhein und soweit bekannt der letzte voll funktionsfähige Kran. Und als einsatzbereiter Kran selbstverständlich mit jährlichem TÜV und damit vermutlich eine der ältesten Maschinen in Deutschland mit Prüfplakette.

Kontakt: Denkmalgesellschaft Bingen am Rhein e.V.
info@denkmalgesellschaft.dewww.denkmalgesellschaft.de – Tel. 06721-41859
Pressetext und Fotos unter /Presse verfügbar

Lotsenschaluppe an Binger Lotsenmuseum abgegeben

Die Lotsenschaluppe, die die Binger Denkmalgesellschaft vor einigen Jahren erworben hatte, hatten wir dem Binger Schifferverein 1895 e. V. angeboten, um sie am ehemaligen Lotsenhaus am Rheinufer, dem heutigen Lotsenmuseum zu präsentieren. Lotsenschaluppen wurden von den Lotsen genutzt, um die Schiffe anzufahren und die Steuerung im Bereich der gefährlichen Lochstrecke zu übernehmen.

Lotsenschaluppe

Nachdem die Stellfläche abgeklärt werden konnte, wurde jetzt die Lotsenschaluppe zur Präsentation am Lotsenmuseum abtransportiert. Zunächst wird aber die Schaluppe noch neu gestrichen, da die alte Farbe durch die Witterung erheblich gelitten hatte.

Kranmeister Martin Rector

Neue Kranführer ausgebildet. Über 500 Jahre alter Tretradkran mit neuem TÜV brauch auch geschulte Bediener

Die Binger Denkmalgesellschaft hatte in der Presse und auch mit aktiver Unterstützung der Binger Ehrenamtsbeauftragten Annette Hammel Interessenten als Kranführer für den Alten Binger Hafenkran aus 1487 gesucht.

Erfreulicher Weise hatte sich eine große Anzahl von Interessenten gemeldet. Für die ersten acht Interessenten fand an Fronleichnam die theoretische Schulung im Kran statt. Am folgenden Sonntag, dem Tag des Welterbes Oberes Mittelrheintal folgte mit einer Kranvorführung auch der praktische Teil der Ausbildung.

Ausbilder und Kranmeister Martin Rector war begeistert über das große Interesse der angehenden Kranführer und konnte so sein umfangreiches Wissen um die mittelalterliche Krantechnik und die heutigen Sicherheitsanforderungen an Kräne an die Damen und Herren weitergeben. Am Ende der Schulung konnte Rector allen Teilnehmern eine erfolgreiche Teilnahme bestätigen und zum neuen Kranschein als Kranführer beglückwünschen.

Für die weiteren Interessenten, die aus zeitlichen Gründen an der Schulung nicht teilnehmen konnten, wird ein weiterer Schulungstermin angeboten. Neue Interessenten können sich gerne noch bei Martin Rector oder der Denkmalgesellschaft Bingen per email unter info@denkmalgesellschaft.de nachmelden und am nächsten Termin teilnehmen.

Kranmeister Martin Rector

Martin Rector zum Ehren-Kranmeister ernannt

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 21. März 2024, im Anschluss an die Kranführer-Schnupperstunde, wurde auf einstimmigen Beschluss des Vorstandes der Initiator zur Gründung der Denkmalgesellschaft, Gründungsvater und seit 2006 auch Gründungsvorsitzender Martin Rector für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit und Vorsitzender mit dem Titel des Ehren-Kranmeisters ausgezeichnet.

Die Denkmalgesellschaft ist Martin Rector für seine langjährige aktive Arbeit als Vorsitzender, als Ideengeber und auch als Kranmeister des Alten Binger Hafenkranes von 1487 außerordentlich dankbar.

Tauchglockenschiff Carl Straat jetzt auch ein schwimmendes Denkmal

Anregung der Denkmalgesellschaft war erfolgreich

Tauchglockenschiff „Carl Straat“ wohl zu Recht mobiles Denkmal – Rheinland – Nachrichten – WDR

Der WDR hat jetzt darüber berichtet, dass das Tauchglockenschiff „Carl Straat“, der Nachfolger des ebenfalls bereits unter Denkmalschutz stehenden Vorläufers „Kaiman“ nunmehr auch unter Schutz steht.

Link: Tauchglockenschiff „Carl Straat“ wohl zu Recht mobiles Denkmal – Rheinland – Nachrichten – WDR

Wir geben den Text hier auszugsweise wieder:

Tauchglockenschiff „Carl Straat“ wohl zu Recht mobiles Denkmal

Die Düsseldorfer Bezirksregierung hat das Tauchglockenschiff „Carl Straat“ wohl zu Recht in die Duisburger Denkmalliste aufgenommen. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf deutlich gemacht.

Der Richter hatte keine Zweifel daran, dass die 1963 erbaute „Carl Straat“ europaweit einzigartig ist. Wegen der historischen Bedeutung bestehe daher ein öffentliches Interesse am Erhalt des Schiffes. Die endgültige Entscheidung in dem Streit will der Richter beiden Parteien schriftlich mitteilen.

Zuvor hatte die Bezirksregierung Düsseldorf das 60 Jahre alte Tauchglockenschiff in die Denkmalliste eingetragen. Der Bund als Eigentümer war dagegen und hatte geklagt.

Einzigartige Technik an Bord

Die „Carl Straat“ fährt seit 60 Jahren auf dem Rhein. Sie kann eine Tauchglocke absenken und damit bis auf den Boden des Flusses kommen – zum Beispiel um Gegenstände im Wasser zu suchen und zu bergen oder um Bodenproben zu entnehmen. Die Bezirksregierung sieht darin eine Technik, die erhalten werden müsse: ein bewegliches Denkmal.

Eigentümer hält Schiff nicht für schützenswert

Nicht so der Eigentümer des Schiffes, die Wasserstraßen- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes. Weil es schon einen Nachfolger für die „Carl Straat“ gibt, hält sie das Schiff nicht für schützenswert. Außerdem seien zu hohe Instandhaltungskosten zu erwarten.

Den deutlich größeren und längeren Nachfolger der „Carl Straat“ gibt es seit Ende 2021. Wegen eines Schadens ist dieser aber schon länger nicht mehr im Einsatz.

Die „Carl Straat“ wurde 1963 für knapp 8,5 Millionen D-Mark gebaut und nach dem ersten Präsident der ehemaligen Wasser- und Schiffahrtsdirektion Duisburg, Carl Straat, benannt.

Die Denkmalgesellschaft Bingen hatte das Amt für Denkmalpflege Rheinland auf die Carl Straat aufmerksam gemacht und die Unterschutzstellung angeregt. Die Denkmalgesellschaft freut sich, dass jetzt auch das Verwaltungsgericht Düsseldorf die Eintragung in die Denkmalliste Duisburgs (Standort der Carl Straat) bestätigt hat. Das Amt für Denkmalpflege ist jetzt auf der Suche für eine denkmalverträgliche Nutzung.

Tauchglockenschiff Carl Straat
Foto: Bundesanstalt für Wasserbau

Einblick ins Mittelalter für Schulklasse aus China

Kranmeister Martin gab einer Schulklasse aus China einen interessanten Einblick in die deutsche und abendländische mittelalterliche Krantechnik. Der alte Binger Kranen von 1487 mit der schon von den Römern genutzten Technik des Laufrades ist ein schönes Zeugnis der über 2000 Jahre alten Technik, Lasten zu verladen. Der feste Kran am Rheinufer ermöglichte die Verladung von Steinen, Fässern, Hölzern und anderen schweren Gegenständen von Land auf das Schiff oder umgekehrt. Für schwere Lasten war der Rhein in ideales Transportmittel.

Zum Abschied stellte sich die Schulklasse mit Kranmeister Martin zu einem Erinnerungsfoto fürs Schulalbum.

(c) Denkmalgesellschaft 2022